Henri Bernès, am 5. Februar 1941 auf der Halbinsel Quiberon geboren, bleibt in einem Großteil seiner künstlerischen Werke dem Meer verbunden. Auch sein extravagantes äußeres Erscheinungsbild, mit einem zum Zopf geflochtenen ca. 60cm langen Bart, ist der maritimen Tradition entlehnt: einen solchen Bart zu tragen, war Brauch bei den Freibeutern des 17. Jahrhunderts.
Bereits in jungen Jahren setzte er seine Begabung ein, um die von ihm empfundenen Eindrücke in Bilder umzusetzen, wobei seine Hauptthematik das Meer bleibt: Schiffe, vor allem Fischerboote seiner bretonischen Heimat, die Lichtreflexe auf dem Meer, Gewitterstimmungen, aber auch die Fülle des Sonnenlichts, gespiegelt auf ruhiger See findet man in vielen Werken.
Nach mehreren Aufenthalten in Paris kam der Autodidakt nach Bourges, wo sich der amerikanische Künstler Alexandre Calder seiner annahm und seine künstlerische Entwicklung förderte.
Es folgten erste Ausstellungen in Conflans bei Paris, Brüssel, Brügge sowie den Niederlanden. Auf seiner Reise, die ihn nach Spanien und den Kanarischen Inseln führte, beschloß er, sich den Bart wachsen zu lassen, den er dann, nach Sitte bretonischer Piraten vergangener Jahrhunderte, geflochten trägt. Wie bereits erwähnt, hat dieser Bart dann, im Laufe von fünfzehn Jahren die beträchtliche Länge von 60cm erreicht.
Weitere Reisen führten ihn nach Afrika, wo er die westlichen Länder bereiste. Die dabei auf ihn einwirkenden Eindrücke haben sein künstlerisches Werk geformt.
Etwa im Jahre 1975 erfuhr die Malerei von Bernès eine weitere Bereicherung: immer mehr fanden surrealistische Elemente Eingang in seine Thematik und seine Technik. Seine Fantasien, denen er in seinen Bilder Ausdruck verleiht, lassen an die großen Surrealisten denken, jedoch seine künstlerische Individualität schließt jeden Gedanken daran aus, er habe sich davon beeindrucken lassen. Er ist sich immer treu geblieben.
Die Suche nach dem Licht des Mittelsmeeres führte ihn nach St. Tropez, das für Jahrzehnte seine Wahlheimat wurde. Bei mehreren Ausstellungen dort hat er seine Sicht des berühmten Hafenstädchens auf die Leinwand gebracht.
Die starken Farben der mediterranen Küstenlandschaft fanden Eingang in sein Werk. Ein Werk, das den japanischen Konzern Takashimaya veranlaßte, ihn auswählte, um Frankreich in mehreren Ausstellungen in Japan zu repräsentieren.
Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich schuf Henri Bernès, für den Deutschen Fußballbund ein WM-Motiv, das in eine künstlerische Merchandising-Kollektion eingang fand, die über den DFB vertrieben wurde.
Bernès lebte bis zu seinem Tod 2008 in seiner Wahlheimat Köln, wobei dort vor allem die abstrakte Kunst sein schaffen prägte.